{"id":4188,"date":"2018-09-04T07:46:10","date_gmt":"2018-09-04T05:46:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.agenda-news.de\/?p=4188"},"modified":"2018-09-04T07:46:10","modified_gmt":"2018-09-04T05:46:10","slug":"in-den-niederlanden-schweiz-und-belgien-ist-sterbehilfe-gesetzlich-geregelt-und-straffrei","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.agenda-news.de\/?p=4188","title":{"rendered":"In den Niederlanden, Schweiz und Belgien ist Sterbehilfe gesetzlich geregelt und straffrei"},"content":{"rendered":"<p><div id=\"attachment_4189\" style=\"width: 156px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.agenda-news.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/Agenda-2011-2013-1_A.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4189\" src=\"http:\/\/www.agenda-news.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/Agenda-2011-2013-1_A.jpg\" alt=\"\" width=\"146\" height=\"146\" class=\"size-full wp-image-4189\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4189\" class=\"wp-caption-text\">Pressebericht Nr. 656<\/p><\/div>Warum die Schweiz eine Sterbehilfe-Hochburg ist: Die Exit-Forderung, den begleiteten Suizid f\u00fcr gesunde Alte zu \u00f6ffnen, befeuert die Sterbehilfe-Debatte. Antworten auf die zehn zentralen Fragen.<\/p>\n<p>Lehrte, 04.09.2018. Agenda 2011-2012 ver\u00f6ffentlicht nachfolgend einen Bericht von Seelsorge-Zentrum: 1. Wie ist die Sterbehilfe in der Schweiz gesetzlich geregelt? Explizit gar nicht. Als Eveline Widmer-Schlumpf Justizministerin war, wollte sie eine gesetzliche Regelung einf\u00fchren. Doch ihre Nachfolgerin, SPS-Bundesr\u00e4tin Simonetta Sommaruga, verk\u00fcndete 2011 das Ende des Projekts. Die Vernehmlassung hatte gezeigt, dass ein politischer Konsens dar\u00fcber, wie eine solche Regelung im Detail aussehen sollte, kaum zu erreichen w\u00e4re.<\/p>\n<p>2. Welche Form der Sterbehilfe ist denn hierzulande legal? Erlaubt ist der assistierte Freitod. Suizidwillige Personen erhalten von einem Arzt eine t\u00f6dliche Dosis eines Medikaments \u2013 normalerweise Natrium-Pentobarbital (NaP) \u2013, sie m\u00fcssen das Mittel aber selber einnehmen. Voraussetzung f\u00fcr die Beihilfe zum Freitod ist, dass die Person urteilsf\u00e4hig und ausreichend informiert ist. Der Sterbewunsch muss wohlerwogen, ohne \u00e4u\u00dferen Druck ge\u00e4u\u00dfert und dauerhaft sein.<\/p>\n<p>3. Was ist verboten? Nicht erlaubt ist die aktive Sterbehilfe, bei der eine andere Person dem Sterbewilligen das t\u00f6dliche Mittel verabreicht. Die \u2013 erlaubte \u2013 Beihilfe zum Suizid darf zudem nicht aus selbsts\u00fcchtigen Motiven oder aus Geldgier erfolgen.<\/p>\n<p>4. Wie viele Leute nehmen Sterbehilfe in Anspruch? Die Zahl der assistierten Suizide in der Schweiz steigt seit Jahren stark an. Die neueste Statistik stammt von 2015, damals nahmen sich mindestens 999 Personen auf diese Weise das Leben \u2013 dies entspricht 1,5 Prozent aller Todesf\u00e4lle. Das ist eine deutliche Steigerung gegen\u00fcber dem Jahr 2014 (742 Personen) und erst recht gegen\u00fcber dem Beginn der 2000er Jahre, als es noch weniger als 200 F\u00e4lle gab. <\/p>\n<p>Experten gehen davon aus, dass das Ph\u00e4nomen noch gr\u00f6\u00dfere Ausma\u00dfe annehmen wird, gerade weil die Babyboomer, die jetzt im Seniorenalter sind, viel Wert auf Selbstbestimmung legen. Die Exit-Organisationen in der Romandie und der Deutschschweiz z\u00e4hlen bereits rund 130 000 Mitglieder. Die Zahl der Todesf\u00e4lle durch den begleiteten Freitod n\u00e4hert sich immer mehr jener der \u00fcbrigen Suizide an (wobei bei diesen das Durchschnittsalter deutlich tiefer liegt).<\/p>\n<p>5. Was sind die Gr\u00fcnde f\u00fcr den begleiteten Suizid? This Jenny schied mithilfe von Exit aus dem Leben. Rund die H\u00e4lfte der Verstorbenen litt laut Bundesamt f\u00fcr Statistik an Krebs. Einer der bekanntesten F\u00e4lle der letzten Jahre war der mithilfe der Organisation Exit ver\u00fcbte Suizid von This Jenny im Jahr 2014. Der SVP-Politiker hatte Magenkrebs. In den darauffolgenden Tagen nahmen die Anfragen f\u00fcr Exit-Mitgliedschaften sprunghaft zu. Weitere h\u00e4ufige Gr\u00fcnde sind neurodegenerative Krankheiten (14 Prozent), Herz-Kreislauf-Erkrankungen (11 Prozent) und Krankheiten des Bewegungsapparats (10 Prozent).<\/p>\n<p>6. Was ist mit Demenz? Sterbehilfe bei Demenz ist ein gro\u00dfes Thema in der \u00d6ffentlichkeit, weil viele Menschen Angst davor haben, wegen der Krankheit \u00abdahinvegetieren\u00bb zu m\u00fcssen. Doch weil bei einer vorangeschrittenen Demenzerkrankung die Urteilsf\u00e4higkeit nicht mehr vorhanden ist, ist ein begleiteter Suizid \u2013 und erst recht aktive Sterbehilfe \u2013 nicht erlaubt. Entsprechend machen Demenzkranke nicht einmal ein Prozent der Sterbehilfef\u00e4lle aus. Als Alternative wird das sogenannte Sterbefasten diskutiert. <\/p>\n<p>7. Was sind die umstrittensten Fragen in der gegenw\u00e4rtigen politischen Debatte? Sorgte vor einigen Jahren vor allem die Organisation Dignitas von Ludwig A. Minelli f\u00fcr Schlagzeilen, weil sie immer wieder neue R\u00e4umlichkeiten suchen musste, dominiert derzeit der Verein Exit die Debatte. Exit-Aktivisten wollen erreichen, dass k\u00fcnftig auch gesunde, aber lebensm\u00fcde Senioren eine Freitodbegleitung durch Exit erhalten. Eine offene Frage ist jedoch, inwiefern ein solches Vorgehen \u00fcberhaupt mit geltendem Recht vereinbar w\u00e4re. <\/p>\n<p>8. Was hat es mit dem \u00abSterbetourismus\u00bb auf sich? Die Schweiz hat europaweit eine der liberalsten Gesetzgebungen in Bezug auf die Sterbehilfe; lediglich die Niederlande und Belgien gehen noch weiter, dort ist gar die aktive Sterbehilfe gestattet. Die Schweiz ist deshalb zu einer beliebten Destination f\u00fcr Sterbewillige aus dem Ausland geworden. Laut einer Studie von 2014 hat sich die Zahl der \u00abSterbehilfe-Touristen\u00bb zwischen 2008 und 2012 verdoppelt. In diesem Zeitraum nahmen sich 611 Ausl\u00e4nder in der Schweiz das Leben. Der Gro\u00dfteil stammt aus Deutschland (268) und Gro\u00dfbritannien (126). Dignitas spricht auf der eigenen Webseite denn auch gezielt Briten an. Aus Frankreich (66), Italien (44), den USA (21) und \u00d6sterreich (14) reisten ebenfalls Menschen zum Sterben in die Schweiz.<\/p>\n<p>9. Wer sind die gr\u00f6\u00dften Kritiker der Sterbehilfe? Die Akzeptanz des begleiteten Freitods nimmt in der Schweiz zu, doch die Kirchen haben schon vor langem den Mahnfinger gehoben. So schreibt die Schweizer Bischofskonferenz in einem weiterhin g\u00fcltigen Pastoralschreiben aus dem Jahr 2002: \u00abDer Versuch, das Sterben mit einem selbst bestimmten und m\u00f6glichst schmerzlosen AFreitod zu bew\u00e4ltigen, beraubt den Menschen der Spannung, die durch den unberechenbaren Tod in sein Leben tritt, verkennt die sozialen Auswirkungen des Sterbens und verweigert das Vertrauen darauf, dass ein Gr\u00f6\u00dferer Leben und Sterben in der Hand h\u00e4lt.<\/p>\n<p>10. Natrium-Pentobarbital ist das Mittel, das in der Schweiz im Normalfall f\u00fcr den begleiteten Freitod verwendet wird.  <\/p>\n<p>Dieter Neumann<\/p>\n<p>Agenda 2011-2012<br \/>\nAgenda News<br \/>\nDieter Neumann<br \/>\nAhltener Stra\u00dfe 25<br \/>\n31275 Lehrte<br \/>\nTelefon\/Fax 05132-52919<br \/>\ninfo@agenda2011-2012.de \u2013                                                                                         http:\/\/www.agenda2011-2012.de<\/p>\n<p>Agenda 2011-2012 wurde im Mai 2010 gegr\u00fcndet und ist ein globales Konzept gegen Finanzkrisen. Der \u00d6ffentlichkeit wurde parallel dazu im Internet ein Sanierungskonzept mit einem j\u00e4hrlichen Finanzrahmen von 275 Milliarden Euro zur Diskussion angeboten, das f\u00fcr ausgeglichene Haushalte und R\u00fcckf\u00fchrung der Staatsschulden steht. Das Gr\u00fcndungsprotokoll ist 2010 als Sachbuch erschienen und aus Authentizit\u00e4tsgr\u00fcnden in der Staatsbibliothek Berlin hinterlegt.<\/p>\n<p>Agenda News ist das Presseorgan von Agenda 2011-2012. Presseberichte von Agenda News sind Spots zum Sachbuch Agenda 2011-2012 \u201eProtokoll einer Staatssanierung \u2013 Wege aus der Krise\u201c, Dieter Neumann, Books on DEMAND-Verlag Mai 2016. Fazit: \u201eDie Krise wird nur mit einer angemessenen Beteiligung aller Gesellschaftsschichten, Dienstleister (65 % vom BIP) und Produzenten (35 % vom BIP) an den Staatskosten \u00fcberwunden.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Warum die Schweiz eine Sterbehilfe-Hochburg ist: Die Exit-Forderung, den begleiteten Suizid f\u00fcr gesunde Alte zu \u00f6ffnen, befeuert die Sterbehilfe-Debatte. Antworten auf die zehn zentralen Fragen. Lehrte, 04.09.2018. Agenda 2011-2012 ver\u00f6ffentlicht nachfolgend einen Bericht von Seelsorge-Zentrum: 1. 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