{"id":465,"date":"2013-03-12T07:27:16","date_gmt":"2013-03-12T06:27:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.agenda-news.de\/?p=465"},"modified":"2013-03-12T07:27:16","modified_gmt":"2013-03-12T06:27:16","slug":"brauchen-staat-und-kirchen-einen-neuen-martin-luther","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.agenda-news.de\/?p=465","title":{"rendered":"Brauchen Staat und Kirchen einen neuen Martin Luther"},"content":{"rendered":"<p>Lehrte, 12. M\u00e4rz 2013  W\u00e4hrend sich Handel und Industrie Anfang der 70er Jahre neu aufstellten und mit Risikominimierung, Gewinnmaximierung,  Controlling, Produktivit\u00e4t,  Marktanalysen und modernem Management den neuen Herausforderungen stellten, verharrten die Kirchen auf ihren antiquierten Dogmen.  Martin Luther (1483-1546) wollte Fehlentwicklungen in der Kirche seiner Zeit \u00fcberwinden. Mit seinen Reformen, er wollte keine neue Kirche, ver\u00e4nderte er die von der r\u00f6misch-katholischen Kirche dominierte Gesellschaft der fr\u00fchen Neuzeit nachhaltig. Danach haben in der katholischen Kirche so gut wie keine weiteren Reformen stattgefunden.<\/p>\n<p>Ende 2011 waren 23,620 Millionen Menschen oder 28,9 % der Gesamtbev\u00f6lkerung Deutschlands Mitglied der evangelischen Kirche. Die katholische Kirche hat 24.651 Millionen Mitglieder oder 30,2 %. Davon besuchen 3.103 Menschen (12,6 %) die Sonntagsmesse. In Polen sind es 33.523 Millionen Mitglieder (87,2%), von denen 15.705 (44,8 %) die Sonntagsmesse besuchen. Das mag der wesentliche Grund sein, dass  Polen die gl\u00fccklichste Nation der Welt  ist (Deutschland die beliebteste). In den letzten Jahrzehnten sind rund 15 Mill. Menschen aus beiden Kirchen ausgetreten.<\/p>\n<p>Die am h\u00e4ufigsten genannten Gr\u00fcnde sind: Das Z\u00f6libat, die Verpflichtung zur Ehelosigkeit, Scheidungen, Schwangerschaftsabbruch\/-verhinderung, die Pille vorher und nachher, Missbrauchsf\u00e4lle, langweilige Gottesdienste, Austritt weil die Kirchenbeitr\u00e4ge nicht mehr bezahlt werden k\u00f6nnen und fehlende Reformen. Beide Staatskirchen besch\u00e4ftigen zusammen rund 1.2 Millionen Menschen &#8211; Schwerpunkt Diakonien und Karitas \u2013 und k\u00f6nnen ihren gesellschaftlichen Verpflichtungen immer weniger nachkommen. Die Kirchenaustritte  belasten die Kirchen stark, an allen Stellen muss gespart werden. Das f\u00fchrt dazu, dass immer weniger Geistliche immer mehr Gemeinden betreuen m\u00fcssen, was die Seelsorge sehr einschr\u00e4nkt.<\/p>\n<p>Von einem neuen Papst werden Reformen erwartet. Bleiben die aus, wird die katholische Kirche einen neuen Aderlass erleiden. Die Evangelische Kirche steht nicht abseits, auch sie wird nicht um weitere Reformen herumkommen. \u00c4hnlich ergeht es den Gewerkschaften, auch sie haben Millionen  Mitglieder verloren. Die Gr\u00fcnde liegen auf der Hand: Das deutsche Steuersystem ist in den vergangenen Jahren ungerechter geworden. W\u00e4hrend insbesondere Verm\u00f6gende und Unternehmen entlastet wurden, m\u00fcssen Besch\u00e4ftigte immer mehr zur Finanzierung \u00f6ffentlicher Aufgaben beitragen.<\/p>\n<p>Die Schw\u00e4chen der Gewerkschaften liegen darin, dass die Besch\u00e4ftigten bei den Lohnzuw\u00e4chsen in der EU an letzter Stelle liegen. Sie haben seit 1970 zugelassen, dass Frauen f\u00fcr die gleiche Arbeit, die ihre m\u00e4nnlichen Kollegen leisten, 22 % weniger verdienen. Es fehlen gesetzliche Mindestl\u00f6hne. Sie haben tarif-unabh\u00e4ngige Leiharbeit, Niedrigl\u00f6hne und Werkvertr\u00e4ge zugelassen. Wie in den Jahren vorher, belaufen sich die Tarifabsch\u00fcsse 2013 auf 2,6 %, 2,65 %, 2,95 % und 3,1 %. Zieht man die Inflationsrate von 2 Prozent ab, erhielten die  Besch\u00e4ftigten real  zwischen 0,6 und 1,1% mehr Lohn\/Gehalt. Forderungen von 30 % mehr Lohn wurden mit 5.9 % quittiert, verteilt auf zwei Jahre!<\/p>\n<p>Die Politik legt sich geradezu einen Heiligenschein an. Bei 2.071 Mrd. Schulden, einer \u00dcberschuldung von 550 Mrd. Euro (allein in den letzten 7 Jahren wurden 700 Mrd. Euro neue Schulden gemacht), Billionen B\u00fcrgschaften f\u00fcr Banken, deren Schrottpapiere, Rettungsschirme und den ESM (Barleistungen) ist man der Meinung alles richtig gemacht zu haben. Es schlagen Billionen Einnahmeverluste zu Buche, die Abschaffung von 20 Steuerarten, der Verm\u00f6genssteuer, der B\u00f6rsenumsatzsteuer und die Reduzierung des Steuer-H\u00f6chstbetrages von 57 % auf 42 Prozent haben riesige Einnahmel\u00f6cher hinterlassen. <\/p>\n<p>Seit 1970 sind die Staatseinnahmen h\u00f6her als die \u2013einnahmen. Res\u00fcmee der Politik \u201euns geht es doch relativ gut\u201c, 70 Prozent der Menschen sind mit ihrem Status zufrieden. Das globale Problem sind die 30 Prozent der Bev\u00f6lkerung denen es eben relativ schlecht geht. Die Sparma\u00dfnahmen der EU gegen\u00fcber den Nehmerl\u00e4ndern schaffen immer h\u00f6here Schulden und mehr Elend. Das liegt daran, dass man dem Spareifer keinen Investitionseifer zur Seite gestellt hat, um die Volkswirtschaften anzukurbeln.<\/p>\n<p>Bei leeren Kassen wurden die gro\u00dfe Steuerreform, Reform der Mehrwertsteuer, Reform der Renten in Verbindung mit Pensionen, gesetzliche Mindestrenten, gesetzliche Mindestl\u00f6hne nicht angegangen oder verschoben.  Der soziale Wohnungsbau  ist stark r\u00fcckl\u00e4ufig, sozial Schwache erhalten j\u00e4hrlich 17 Mrd. Euro Mietzusch\u00fcsse. Die Subventionen liegen bei rund 165 Mrd. Euro pro Jahr und k\u00f6nnten laut Parlamentarier bis auf 70 Mrd. Euro gestrichen werden. Das iFo-Institut r\u00e4t,  sie problemlos abzuschaffen. <\/p>\n<p>Die USA, Japan und Europa haben ein riesiges Einnahmeproblem. Die M\u00e4chtigen der Welt, der IWF, die Weltbank, die EZB, die Notenbanken der L\u00e4nder und ihre Regierungschefs raten zu sparen, zu konsolidieren und zu strukturellen Reformen. Um die M\u00e4rkte zu beruhigen wurden rund 10 Billionen Euro frisches Geld in die M\u00e4rkte gepumpt, die die Weltm\u00e4rkte \u00fcberschwemmen. Die B\u00f6rsen wurden damit befl\u00fcgelt und befinden sich im H\u00f6henrausch. Die Realit\u00e4t sieht anders aus, keiner hat ein Konzept wie die somit h\u00f6her werdenden Schulden abgebaut werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Eine Ausnahme stellt das Sanierungskonzept der Initiative Agenda 2011 \u2013 2012 dar. Bereits im Mai 2010 wurde der \u00d6ffentlichkeit ein 30-Punkte-Programm vorgestellt, das mit einem Sanierungskonzept aufwartet, das f\u00fcr ein j\u00e4hrliches Volumen von \u00fcber 275 Mrd. Euro und f\u00fcr ausgeglichene Haushalte und R\u00fcckf\u00fchrung der Staatsschulden steht. Die Kirchen haben  theologische Probleme mit Ausstrahlung in soziale Bereiche. Die Politik hat ein fundamentales Problem, die Reichen angemessen an den Kosten des Staates zu beteiligen und somit die Staatseinnahmen zu erh\u00f6hen. <\/p>\n<p>Die Kirchen und der Staat m\u00fcssen beweisen, dass sie reform- und zukunftsf\u00e4hig sind.<\/p>\n<p>Dieter Neumann<\/p>\n<p>Dieter Neumann<br \/>\nAgenda 2011 \u2013 2012<br \/>\nAgenda News<br \/>\n31275 Lehrte<br \/>\nWintershall Allee 7<br \/>\nTelefon\/Fax 05132-52919<br \/>\ninfo@agenda2011-2012.de<br \/>\nwww.agenda2011-2012.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lehrte, 12. M\u00e4rz 2013 W\u00e4hrend sich Handel und Industrie Anfang der 70er Jahre neu aufstellten und mit Risikominimierung, Gewinnmaximierung, Controlling, Produktivit\u00e4t, Marktanalysen und modernem Management den neuen Herausforderungen stellten, verharrten die Kirchen auf ihren antiquierten Dogmen. 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