{"id":812,"date":"2014-03-25T12:29:27","date_gmt":"2014-03-25T11:29:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.agenda-news.de\/?p=812"},"modified":"2014-03-25T12:29:27","modified_gmt":"2014-03-25T11:29:27","slug":"armes-reiches-russland","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.agenda-news.de\/?p=812","title":{"rendered":"Armes reiches Russland"},"content":{"rendered":"<p>Lehrte, 25. M\u00e4rz 2014 An den Internationalen B\u00f6rsen sind Aktien gut gelaufen und hoch bewertet. In den Schwellenl\u00e4ndern haben W\u00e4hrungen bis 34 Prozent an Wert verloren. Gro\u00dfe Geldmengen werden aus diesen L\u00e4ndern abgezogen. Betongold (Immobilien), Gold, Kunst und Staatsanleihen sind auch teuer. Viele Anleger scheuen bei diesen Preisen h\u00f6here Risiken einzugehen. Das Risiko f\u00fcr Spekulanten wird un\u00fcberschaubar. Das Problem ist: Es ist zu viel billiges Geld im Markt, und die meisten wissen nicht wohin damit. Das Risiko f\u00fcr Spekulanten wird un\u00fcberschaubar.<\/p>\n<p>Von dieser Entwicklung ist auch Russland betroffen. Putin hat die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Die Annexion der Krim und sein Gebaren  tragen dazu bei, dass westliche Banken aus Furcht vor einer Eskalation der Krim-Krise russische Kredite  verkaufen und  russische Staatsanleihen nur noch Ramschwert besitzen. Rating-Agenturen senken die Kreditw\u00fcrdigkeit Russland, was dessen Aktienkurse und den Rubel abst\u00fcrzen lie\u00df. Die von der USA und der Europ\u00e4ischen Union verh\u00e4ngten Sanktionen d\u00fcrften den Abw\u00e4rtstrend noch beschleunigen.<\/p>\n<p>Das Sportfest in Sotschi hat 40 Milliarden Euro gekostet, die Kosten der Krim-Krise werden mit 50 Milliarden beziffert. Russland hat ein Bruttoinlandsprodukt von  1.560 Mrd. Euro und nur 156 Mrd. Euro Schulden (10 %). Im Vergleich dazu hat Deutschland ein BPI von 2.650 Milliarden Euro und Schulden von 2.120 Milliarden Euro (83 %). Deutschland ist mit rund 480 Milliarden Euro \u00fcberschuldet. Russland verf\u00fcgt \u00fcber die drittgr\u00f6\u00dften Gold- und Devisenreserven der Welt. Sie betragen 380 Mrd. Euro, die von Deutschland 146 Milliarden Euro. <\/p>\n<p>Mit 17.050 qkm Fl\u00e4che, die sich \u00fcber 9.000 mal 2.000 km ausdehnt, ist Russland das gr\u00f6\u00dfte Land der Welt. Die Wirtschaft hat eine gro\u00dfe Abh\u00e4ngigkeit von Rohstoffen, die Industrie ist \u00fcberaltert und nicht produktiv genug. Das hat zur Folge, dass Russland in gro\u00dfem Umfang westliche Firmen ins Land holte, um das Wirtschafts-Image und die Produktion zu verbessern. Mit der Gr\u00f6\u00dfe Russlands sind viele Probleme der Infrastruktur verbunden. \u201eAngaben der Weltbank zufolge, die Ende vergangenen Jahres ver\u00f6ffentlicht wurden, leben von 143,6 Millionen Russen jeder f\u00fcnfte  (28,7 %) unterhalb der Armutsgrenze. Die Armutsgrenze wird bei einem Monatseinkommen von 1000 Rubeln (weniger als 30 Euro) angesetzt.\u201c <\/p>\n<p>\u201eDie gro\u00dfe Mehrheit der russischen Familien balanciert an der Grenze zur Armut (41 %). Die Weltbank hat errechnet, dass bei einem durchschnittlichen R\u00fcckgang der Einkommen um 10 Prozent die Armut um 50 Prozent ansteigen w\u00fcrde. Die Mehrheit der russischen Armen sind arbeitende Familien, Erwachsene mit einer mittleren technischen Berufsausbildung und auch Familien mit Kindern.\u201c<\/p>\n<p>\u201eArm sind vor allem Staatsbedienstete: Lehrer, \u00c4rzte und einfache Beamte. Die Berufsgruppen mit den geringsten Einkommen &#8211; zu ihnen geh\u00f6ren die einfachen Besch\u00e4ftigten in medizinischen Einrichtungen (Krankschwestern, Sanit\u00e4ter usw.) &#8211; sind dabei von wichtiger gesellschaftlicher Bedeutung. Ihre schlechten Lebensbedingungen f\u00fchren zum Verfall der grundlegenden Strukturen, auf denen das Funktionieren der Gesellschaft basiert (wsws.org).<\/p>\n<p>Deutschland ist Exportweltmeister,  die Export\u00fcbersch\u00fcsse der letzten 10 Jahre betragen rund 1,6 Billionen Euro. Die Gr\u00fcnde liegen auf der Hand, unser hohes technisches Niveau, Niedriglohnland Nummer Eins und  die Lohnnebenkosten von \u201enur\u201c 28 Prozent. 2012 lag der deutsche Leistungsbilanz\u00fcberschuss bei etwa 170 Milliarden Euro oder 6,4 Prozent der Wirtschaftsleistung. Was ist das Problem dabei? Deutschland verkauft viel mehr G\u00fcter ins Ausland als es von dort einkauft. Dadurch h\u00e4uft es Forderungen gegen\u00fcber den am wenigsten wettbewerbsf\u00e4higen L\u00e4ndern an. Die Euro-Krise hat gezeigt, wie gef\u00e4hrlich das ist: Nehmerl\u00e4nder wie Griechenland oder Portugal konnten ihre Rechnungen irgendwann nicht mehr bezahlen.<\/p>\n<p>Nach der russischen Annexion der Krim sucht die internationale Gemeinschaft den Schulterschluss. &#8222;Wir sind einig darin, dass Russland f\u00fcr sein bisheriges Handeln bezahlen muss&#8220;, sagte US-Pr\u00e4sident Barack Obama vor einem Sondertreffen der sieben f\u00fchrenden Industrienationen (G7) in Amsterdam. Was ist ein Schulterschluss wert, wenn er nicht aus der Krise f\u00fchrt? Was ist er in Bezug auf Syrien, dem Irak, Nordkorea und China wert, wenn  man sich gegenseitig ausspioniert? Was ist der Schulterschluss unter Politikern, \u00d6konomen, Volkswirten, Wissenschaftlern und Wirtschaftsweisen wert, wenn soziale Gerechtigkeit ausgegrenzt wird und die Armen keinen Unterst\u00fctzer haben? <\/p>\n<p>Das Zeitalter der Armut hat l\u00e4ngst begonnen, die Politik nimmt davon kaum Notiz. Sie wei\u00df, dass Frauen f\u00fcr die gleiche Arbeit, die ihre m\u00e4nnlichen Kollegen leisten, 23 Prozent weniger verdienen. In einigen Bereichen sind es 28 bis 36 Prozent. Symbolisch steht das f\u00fcr soziale Ungerechtigkeit. Die Armen haben Hunger, die Reichen wissen nicht mehr was das ist.  Weltweit besitzen Reiche, Neureiche, Spekulanten und Oligarche 95 % des Verm\u00f6gens und sind nicht bereit sich angemessen an den Kosten des Staates zu beteiligen.<\/p>\n<p>Die Initiative Agenda 2011 \u2013 2012 geht andere Wege. Wie eine L\u00f6sung der Krise aussehen kann hat die Initiative Agenda 2011 \u2013 2012 der \u00d6ffentlichkeit im Mai 2010 vorgestellt. Es wurde ein Konzept erarbeitet, das mit einem j\u00e4hrlichen Volumen von 275 Milliarden Euro f\u00fcr ausgeglichene Haushalte und R\u00fcckf\u00fchrung der Staatschulden steht. Damit verbunden ist eine Steigerung des Wirtschaftswachstums, der Binnennachfrage, eine deutliche Verbesserung bei Einkommen, Investitionen, Ums\u00e4tzen und Renditen.<\/p>\n<p>Dieter Neumann<\/p>\n<p>Dieter Neumann<br \/>\nAgenda 2011 \u2013 2012<br \/>\nAgenda News<br \/>\n31275 Lehrte<br \/>\nWintershall Allee 7<br \/>\nTelefon\/Fax 05132-52919<br \/>\nwww.agenda2011-2012.de<br \/>\ninfo@agenda2011-2012.de<br \/>\nwww.agenda-news.de<br \/>\ninfo@agenda-news.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lehrte, 25. M\u00e4rz 2014 An den Internationalen B\u00f6rsen sind Aktien gut gelaufen und hoch bewertet. In den Schwellenl\u00e4ndern haben W\u00e4hrungen bis 34 Prozent an Wert verloren. Gro\u00dfe Geldmengen werden aus diesen L\u00e4ndern abgezogen. 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